Eichbörnchen Quelle

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Im Burgwald gibt es zwei Quellen. Die eine ist das Eichbörnchen (ziemlich oben im Wald) und die andere liegt direkt im Teich, der sich am Anfang des Waldes rechts befindet. Das Eichbörnchen, dessen Wasser fließt durch ein kleines eingefasstes Rohr in einen Graben und durch den ganzen Burgwald bis in den Teich. In früheren Zeiten haben die beiden Quellen den Brunnen im Merlauer Schloss mit Wasser versorgt. Bis zum Herbst 2020 konnte man dort auf einer Rühebank pausieren und unbesorgt von dem kuehlen Nass trinken.


Im Herbst 2020 wurde die Einfassung des Eichbörnchens vom Forstamt vollständig ausgegraben und entfernt und hinterließ einen leeren Graben. Dies wurde getan, um den Lebensraum der Rhön-Quellschnecke und des Grundwasserflohkrebses zu schätzen. Wir suchen derzeit nach einer Lösung, wie der kulturhistorische und denkmalpflegerische Wert des Eichbörnchens mit der schon durchgeführten Naturschutzmaßnahme im Nachhinein in Einklang zu bringen wäre bzw. berücksichtigt und möglicherweise wiederhergestellt werden könnte.

Der Weg zur Quelle... historischer Waldweg mit Pflasterung  ca. aus dem Jahr 1750
Das Quellwasser des Eichbörnchens speiste bereits im Jahre 1592 den Brunnen des Merlauer Schlosses, das einst Landgraf Ludwig IV (Hessen-Marburg) erbauen ließ. Bei dem Waldweg, der an der Quelle vorbeiführt, handelt es sich um einen historischen Landweg, was man an der hier und da noch zum Vorschein kommenden Pflasterung erkennt und dem Jahre 1750 zuzuordnen ist. Die Tatsache, dass diese Straße sorgfältig mit gesammelten und verlegten Steinen gebaut wurde, um eine sichere Oberfläche für Wagen und andere Reisende zu schaffen, zeigt, dass dies einst eine wichtige Route war.  Die Steine wurden waagerecht verlegt, um die Fahrbahn zu bilden, und dann wurden längere Steine entlang der Ränder verlegt. In weniger genutzte Wirtschaftswege wurde nicht so viel Geld investiert.
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Blick auf das „Eichbörnchen“ mit Quellfassung

Ursprünglich gemauert und mehrmals neu eingefasst, bildete das Eichbörnchen seit Jahrzehnten einen Ort der Begegnung mit der Natur und der Merlauer Geschichte. Versteckt und trotzdem gut erreichbar für das Einsammeln des Wassers, oft, um es in die Kirche zu bringen, wo der Pfarrer es für die Verwendung als Taufwasser segnet, oder gleich vor Ort zum Trinken. Bei Familienausflügen an warmen Sommertagen diente es als gesunde Erfrischung

Viele Heimische suchen die Quelle auf, um sich mit dem „Ursprung des Lebens“ verbunden zu fühlen. Somit ist dieser Ort eine von den Merlauer Bürgern hoch geschätzte Stelle im heimischen Burgwald, die nicht nur von den Pflanzen und den Tieren geliebt, sondern auch von den Menschen unumstritten geachtet und angesehen wird.

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Eltern und Großeltern holten einst und auch heute noch das Taufwasser an der Quelle

Bis heute ist das Eichbörnchen von hohem kulturellen Wert in der Merlauer Geschichte. Eltern und Großeltern holen sich für ihre „Täuflinge“ das „lebendige Wasser“, um damit die christliche Taufe durchführen zu lassen. Viele Merlauer Dorfbewohner wurden mit Wasser aus dem Eichbörnchen getauft.


Ein Zitat von einem lokalen Merlauer...."Das Eichbörnchen hat für mich auch eine besondere Bedeutung, denn ich bin mit diesem Wasser getauft worden. Es ist ein Stückchen Kindheit mit schönen Erinnerungen. Sonntags ging ich immer mit meiner Familie dort hin zum Wassertrinken".

Es gibt viele Menschen hier in Merlau, die das Gleiche sagen können.

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Und nun hat die moderne Hand das Eichbörnchen auf etwas reduziert, das wir nicht wiedererkennen.
Und ein historisches Wahrzeichen ist zerstört, das in unserer Gemeinde seit Jahrzehnten geschätzt wurde
>.

Seit Menschengedenken fließt ständig frisches Wasser aus einer tief unter den Bäumen des Merlauer Burgwaldes verborgenen Quelle. In der Landschaft finden sich Hinweise auf eine Keltische und vielleicht vor-Keltische Besiedlung dieser Wälder. Der Burgwald war mit Sicherheit bewohnt. Ein terrassenförmig angelegter Hang und mögliche Hinweise auf Hügelgräber zeigen, dass dieser Ort über viele Jahrtausende hinweg bewohnt war. Die ständig fließende Quelle, das heutige genannte Eichbörnchen, war für diese frühen Bewohner des Burgwaldes lebensnotwendig.

In historischen Zeiten floss das Wasser des Eichbörnchens den Berg hinunter und speiste bereits im Jahre 1500 den Brunnen des Merlauer Schlosses, das einst Landgraf Ludwig IV (Hessen-Marburg) erbauen ließ. Das Schloss gibt es schon lange nicht mehr, aber das Eichbörnchen fließt immer noch und ist auch heute noch Teil des Lebens in Merlau.

Ursprünglich gemauert und mehrmals neu eingefasst, bildete das Eichbörnchen seit Jahrzehnten einen Ort der Begegnung mit der Natur und der Merlauer Geschichte. Versteckt und trotzdem gut erreichbar für das Einsammeln des Wassers, oft, um es in die Kirche zu bringen, wo der Pfarrer es für die Verwendung als Taufwasser segnet, oder gleich vor Ort zum Trinken. Bei Familienausflügen an warmen Sommertagen diente es als gesunde Erfrischung.

Viele Heimische suchen die Quelle auf, um sich mit dem „Ursprung des Lebens“ verbunden zu fühlen. Somit ist dieser Ort eine von den Merlauer Bürgern hoch geschätzte Stelle im heimischen Burgwald, die nicht nur von den Pflanzen und den Tieren geliebt, sondern auch von den Menschen unumstritten geachtet und angesehen wird.

Und doch sind die Dinge heute im Wandel. Biologen und andere Wissenschaftler sind besorgt, dass unsere Natur durch die Veränderungen, die das moderne Leben in die Welt gebracht hat, gestört wird. Hier im Burgwald hat man festgestellt, dass mehrere Lebensformen vom Aussterben bedroht sind.

Insbesondere sorgt man sich um das Fortbestehen der Rhön-Quellschnecke und des Grundwasserflohkrebses, die beide erfreulicherweise in den Gewässern des Eichbörnchens überlebt haben. Bedrohungen, wie bei anderen Quellen im Vogelsberg, die als Trinkwasserquelle für Rinder oder als touristische Attraktion genutzt werden, war das abgelegene Eichbörnchen nicht ausgesetzt.

Die hiesigen Biologen argumentieren, dass die Schnecke vom Aussterben bedroht ist und nur in der Vogelsburg und an der Rhone lebt. Andere europäische Biologen erkennen jedoch an, dass die Schnecke tatsächlich in einem weiten Gebiet lebt, und zwar von Andorra bis Belgien.

Das Eichbörnchen hat so, wie es war, mindestens 80 Jahre, wahrscheinlich viel länger, existiert. Wenn sie Schnecken im Eichbörnchen gefunden haben, dann ist das ein starkes Indiz dafür, dass sie hier ganz zufrieden leben und in keiner Weise von den Eichbörnchen bedroht werden.

Trotzdem die Einfassung wurde entfernt und die Quelle auf einen Graben reduziert. Das Eichbörnchen existiert nicht mehr. Merlau und seine Bürger haben das Eichbörnchen und alles, was es je bedeutet hat, verloren.
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