rund_um_merlau


Der Burgwald

Im Salbuch von Merlau aus dem Jahre 1590 ist niederschrieben, dass der an das Dorf in östlicher Richtung angrenzende Burgwald zum Schloss gehört, das einst Ende des 16. Jahrhundert hier erbaut wurde. Ein kleiner Steinbruch mitten im Wald, sowie von Menschenhand angelegte Altwege sprechen für eine bewegte Vergangenheit.
Aber auch schon in Urzeiten war der Burgwald besiedelt, was durch noch vorhandene Ackerterrassen und Funde von bronzezeitlichen Artefakten wie Beile und Scherben belegt ist. 
Der Burgwald ist nicht nur ein wertvoller Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen, sondern war und ist bis heute für den Menschen etwas Besonderes.

 
Mutterkreuz Mutterkreuz

Im Burgwald kreuzen sich der Ilsdorfer Weg mit der Bornwiesen-Schneise und der Pürsch-Schneise. In der Mitte dieser Kreuzung stehend, treffen dort somit sechs Wege aufeinander.
Wann genau dieser Kreuzungspunkt den Namen „Mutterkreuz“ erhielt, lässt sich nicht mehr feststellen. Man geht heute davon aus, dass die Namensgebung in Anlehnung an die Vergabe des silbernen Mutterkreuzes an kinderreiche Mütter (ab sechs Kinder) in der Zeit des zweiten Weltkrieges erfolgte.

Brunnen Eichbörnchen

Das Eichbörnchen ist eine Quelle im Burgwald an einem Seitenweg (Müller Weg), der vom Ruppertenröder Weg abzweigt. Das Wasser des Eichbörnchens fließt seit Jahrhunderten ununterbrochen, Jahr für Jahr. Das Eichbörnchen war nicht nur ein Treffpunkt von Natur und Geschichte, sondern hatte auch eine besondere Bedeutung für die Merlauer Bevölkerung. Das Wasser wurde zur Kirche getragen, gesegnet und zur Taufe der Merlauer Kinder verwendet. Leider hat die Untere Naturschutzbehörde des Vogelsbergkreises im Oktober 2020 die gesamte Quelle ausheben lassen, sodass nur noch eine schlammige Senke in der Landschaft zurück blieb. Und das, obwohl der Eichbörnchen ein geschütztes Natur- und Kulturdenkmal ist. Wir verhandeln derzeit über die Wiederherstellung des alten Zustandes.

Wallurf Wallaufwürfe im Burgwald 

Im Burgwald, der im Jahre 1944 von der Deutschen Wehrmacht in Beschlag genommen und als Treibstofflager ausgestattet wurde, befinden sich noch Reste von ca. 41 Wallaufwürfen. Sie dienten als Schutz für die aus Giessen antransportierten Fässer mit Benzin, Diesel und Öl, um sie hier vor Fliegerangriffen zu schützen. Bei Kriegsende in 1945 wurden die Treibstofffässer mit Spitzhacken beschädigt und so zum Auslaufen gebracht. Restbestände wurden von den Bewohnern der umliegenden Dörfern sichergestellt. Diese aus Kriegszeiten stammenden Wallaufwürfe sind in der Liste der großflächigen Bodendenkmäler aufgenommen.


Pumpstation Wasserhäuschen im Burgwald

Im Jahre 1956 gründete sich das Gruppenwasserwerk Mücke, um die umliegenden Ortschaften mit gutem Wasser zu versorgen. Dazu wurde im Burgwald ein Tiefbrunnen gebohrt mit einer Tiefe von 60 Metern. Der Wasserstand liegt bei 5 Meter. Gleichzeitig wurde auch das Pumpenhaus erbaut. Von dort wurde das qualitativ einwandfreie Wasser zum Hochbehälter am Hohenrod (oberhalb von Kirschgarten) gepumpt und gelangte dann von dort in die einzelnen Dörfer. Die Umgebung der Pumpstation wurde zum Wasserschutzgebiet erklärt. Seit dem Bau des neuen Brunnens in Merlau dient dieser ( jetzt „alte“) Brunnen lediglich zur Notversorgung.


Pumphsaus 2 Der neue Brunnen Merlau II 

Der neue Brunnen Merlau II am Burgwald  „In der Kümmelwiese“ gelegen, ist seit Oktober 2012 in Betrieb und hat eine Tiefe von 100 m.  Vom Ankauf des Brunnens über den Bau des Gebäudes, der Verlegung der Rohre und der Ausstattung mit der Technik betrugen die Gesamtbaukosten ca. 600.000 €. Von diesem Brunnen, der an den Hochbehälter Hohenrod angeschlossen ist, werden die Ortsteile Nieder-Ohmen, Merlau, Flensungen, Ilsdorf, Bernsfeld, Wettsaasen und Stockhausen versorgt. Die Wasserqualität des Brunnens ist sehr gut und vom Härtegrad der Stufe "weich" zuzuordnen.


steinbruch
Steinbruch im Burgwald

In der Nähe des „Buchenkopfes“ im Burgwald liegt ein alter Steinbruch. Sicher ist, dass die zum Bau des Merlauer Schlosses ( 1583 bis 1592) verwendeten Steine unter anderem aus diesem Steinbruch stammten. Es ist heute nicht mehr feststellbar, seit wann und wie lange dieser Steinbruch „aktiv“ war, auch eine „offizielle“ Namensgebung  für diesen Bruch ist nicht bekannt bzw. ist dieser möglicherweise in der Versenkung der Geschichte wieder verschwunden. Heute ist er fast vergessen und teilweise völlig verwachsen.